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Bindung der Kinder zu den Eltern von größter Wichtigkeit!

14.11.2017 |  Podiumsdiskussion am 10. November 2017 in St. Pölten: Expertinnen warnen vor dem Verlust der Familienqualität
Autorin Tanja Leitsch, Familienbund-Präsident Bernhard Baier und BGF Alexandra Lugert

Autorin Tanja Leitsch, Familienbund-Präsident Bernhard Baier und BGF Alexandra Lugert (von rechts)

Bernhard Baier und Tanja Leitsch

Bei der Podiumsdiskussion in der Landwirtschaftskammer in St. Pölten mit dem Titel "Die Rotzlöffel Republik - vom täglichen Wahnsinn in unseren Kindergärten" berichteten die beiden deutschen Pädagoginnen und Coaches und Autorinnen des gleichnamigen Bestsellers, Tanja Leitsch und Susanne Schnieder, von ihrer Motivation dieses Buch mit dem äußerst provokanten Titel zu schreiben:

"Wir wollen Kindern eine Stimme geben. Die hervorragendste Kindergartenpädagogin kann nicht wett machen, wenn die Bindung zu den Eltern fehlt. Die erste und wichtigste Bildungseinrichtung ist die Familie. Es ist wichtig, dass Zeit miteinander verbracht wird und diese Familienzeit intensiv und qualitätsvoll ist. Also Zeit, die nicht durch außerhäusliche Aktivitäten, gefüllt ist. Sondern intensive Eltern-Kind-Zeit“ zeigten Leitsch und Schnieder Flagge, die sich kein Blatt vor den Mund nahmen:

Überforderte Kinder auf deren individuelle Bedürfnisse zu wenig eingegangen wird, werden zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem, dass uns zukünftig belasten wird. Kinder brauchen Zeit um Kind zu sein und in ihrem Tempo wachsen zu können. Anstelle der primären Säule der Bindung zu wichtigen Bezugspersonen und Stärkung in der Entwicklung werden Kinder durch multiple Freizeitangebote mit möglichst vielen Bildungsangeboten überfordert. Diese Kinder brauchen eine Stimme, die für sie dagegen eintritt.

„Auf der einen Seite sind die Kinder noch nicht sauber, auf der anderen Seite strotzen die Terminkalender der 3jährigen Kinder vor zusätzlichen Freizeitangeboten wie „Ballett“, „Schwimmen“, „Fußball“, „Musikunterricht“ die nach dem Kindergarten Besuch noch erledigt sein wollen. “, berichten die beiden Pädagoginnen. Die Eltern machen sich Gedanken über Ausbildung und bestmöglichen Schulbesuch, vergessen aber das Wichtigste dabei: Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Der gesellschaftliche Druck auf Eltern wird immer größer, Kinder so rasch wie möglich in eine Betreuungseinrichtung zu geben: „Nicht zuletzt auch aufgrund des Rechtsanspruches auf einen Kinderbetreuungsplatzes, trauen sich Eltern gar nicht mehr ‚Nein‘ zu sagen und darauf zu achten, was für ihr Kind das beste sei“.

Warum diese Bindungsfähigkeit, die der Mensch in den ersten Lebensjahren erfährt, so wichtig für das weitere Leben ist, erklären die Expertinnen so: „Je bindungsfähiger ein Mensch ist, desto resilienter ist er. Resilienz ist die Gabe mit schwierigen Situationen umzugehen und Dinge „auszuhalten“. Wenn ein Mensch diese bedingungslose Liebe und Zuwendung in seinen frühen Lebensjahren nicht erfahren hat, hat er auch in seinem restlichen Leben Probleme Bindungen aufzubauen, verlässlich zu agieren und in Arbeitsprozessen integriert zu werden.“

Auch sind die Anforderungen an den Kindergarten immer größer geworden. Wirklich Zeit für die Kinder zwischen allen den qualitätssichernden Protokollen, Ausbildungsangebote wie „der kleine Klimaretter“  und Wickeln, der Vorbereitung Jause und Essen bleibt zu wenig Zeit auf die Kinder einzugehen und ihnen die Möglichkeit des Freispiels zu geben. Ein Kindergarten hat 10 Stunden geöffnet. Der Betreuungsschlüssel ist mangels Personal nicht ausreichend.
Familienbund-Präsident Mag. Bernhard Baier sieht dringenden politischen Handlungsbedarf: „Den Familien muss die Wahl freistehen, Unterstützung in der Betreuung anzunehmen, in dem Umfang wie sie wollen und wie es für ihr Kind gut ist. Ohne Wertung. Ohne Verunsicherung. Wir brauchen neue, andere Wege. Ein Rechtsanspruch, der auf der einen Seite dazu führt, dass Betreuungsplätze aus dem Boden gestampft werden ohne ausreichendem dafür geeigneten Personal und auf der anderen Seite das Bild erzeugt, man müsse das Angebot auch nutzen, bringt uns nicht weiter. Wir müssen Familien wieder wertschätzen, sie stärken und ihre Leistungen als wichtig anerkennen. Auf keinen Fall dürfen in Österreich Geldleistungen durch Sachleistungen ersetzt werden. Denn dann stehen wir genau wieder bei dem Problem, dass Eltern keine Wahlfreiheit haben. Beides muss gesichert sein. Ein vielfältiges und gutes Betreuungsangebot und die Möglichkeit sich selbst um sein junges Kind zu kümmern.“




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